Western Helden – Die neue Reihe für echte Western-Fans!
Harte Männer, wilde Landschaften und erbarmungslose Duelle – hier entscheidet Mut über Leben und Tod. Ob Revolverhelden, Gesetzlose oder einsame Reiter auf der Suche nach Gerechtigkeit – jede Geschichte steckt voller Spannung, Abenteuer und wilder Freiheit.
Erlebe die ungeschönte Wahrheit über den Wilden Westen
Niemand hätte hinter Larry Bracks ruhiger und freundlicher Miene jene unbeugsame, stählerne Härte gesucht, von der jeder Satteltramp von Texas bis Kansas ein Lied zu singen wusste. Der Mann mit dem Stern auf der Brust war zum Symbol Freetowns geworden, und sogar die ewig unzufriedenen Spielhöllenbesitzer und Inhaber übler Spelunken am Ufer des Flusses hatten sich damit abgefunden, dass Larry Brack stärker war. Er pflegte im Schritt mitten auf der Straße zu reiten, auf einem breitbrüstigen Goldfuchs. Ein großer Mann mit leicht vorgeneigten Schultern. Seine Lederkleidung war schmucklos vom bestaubten Stetson bis zu den hochhackigen Reitstiefeln. Er trug keine Sporen und nur einen Revolver. Der naturfarbene Walnusskolben lugte aus dem leicht geölten Leder des Halfters tief auf der rechten Hüfte. Larry Brack griff stets nur in äußerstem Notfall zur Waffe. Die meisten der von ihm geschlagenen Gegner lebten noch – und das war ein weiteres Plus in den Augen der Rechtschaffenen. Und dennoch hatte der Marshal keinen echten Freund in der Stadt. Die einen verehrten, die anderen fürchteten, wieder andere hassten ihn. Eine unsichtbare Wand schien ihn von den Menschen zu trennen. Vielleicht trug er selbst die meiste Schuld daran, durch seine kühle Zurückhaltung, durch seine Schweigsamkeit, durch seinen gleichmütigen und durch nichts zu brechenden Stolz. Auch an diesem spätherbstlichen Morgen war es wie immer. Larry Brack überlegte, ob er schon die dickeren Handschuhe überziehen sollte, und die Schaffellweste, aber er entschied sich noch einmal für die leichtere Kleidung. Eigentlich hätte er auch zu Hause bleiben und sich die Finger an einer Tasse heißen Kaffees wärmen können. Die wilde Zeit des Round-up war vorüber, die fremden Treibmannschaften hatten sich längst auf den Heimweg gemacht. Ab und zu kamen zwar noch Nachzügler, die sich aus irgendeinem Grund verspätet hatten, aber die paar Treiber konnten die Stadt nicht auf den Kopf stellen. Das durchdringende Pfeifen einer Rangierlok zersägte die weiche Watte des Nebels. Der Storekeeper stand vor seinem Laden und schwenkte den Hut gegen den Marshal, der höflich zurückgrüßte.